Von
JC Reynaud F5DKJ
Übersetzung
von Georges Mathgen LX1BB
Stromversorgung
des SATEDU Satelliten
Einleitung
Entwicklung
und Bau der Stromversorgung des zukünftigen SATEDU Satelliten
wurden dem ADREF13 Team anvertraut, vor allem Max (F11GVK),
Pierre (F1BQR) und Jean-Claude (F5DKJ) in Verbindung mit einem
Studenten (Norbert) der ein Diplom in Informatik an der Technischen
Hochschule von REMPART vorbereitet. Die uns anvertraute Aufgabe
musste ganz präzise, vom AMSAT Team und seinem Projektmanager
Ghislain Ruy (F1HDD) vorgegebene Kriterien erfüllen (welche
sich manchmal ausserhalb der klassischen Konzepte des Basiselektronikers
bewegten).
Hauptmerkmale
des Satelliten:
- Kubus
mit ca. 30cm Seitenlänge; 5 Seitenflächen mit
Solarpanelen bestückt (die sechste dient der Aufnahme
des Adapters an die Trägerrakete).
- Die
vorgesehene Höhe der Umlaufbahn beträgt 600km.
Dies entspricht einer Umlaufperiode von ca. 96 Minuten,
einer Eklipsendauer von 35 Minuten und einer Illuminationsdauer
von 61 Minuten.
- Die
pro Panel zur Verfügung stehende Leistung beträgt
ca. 10W. Da der Satellit sich um seine eigene Achse dreht,
beträgt die maximal zur Verfügung stehende Leistung
ca. 17W.
Hauptkriterien:
- Autonome
Stromversorgung
- Das
einzige externe Kommando ist das Einschaltkommando beim
Abtrennen des Satelliten von der Trägerrakete und das
mit einer Verzögerung von 30 Sekunden
- Die
Solarpanele bleiben bis 30 Sekunden nach der Abtrennung
ausgeschaltet
- Im
Falle eines verspäteten Abschusses wird eine Sicherheitsschaltung
die Solarpanele während einem Monat ausgeschaltet lassen.
Dieselbe Schaltung wird auch bei Ausfall des Einschaltkommandos
eingesetzt.
- Arbeitstemperatur:
-25C bis +65C
- Ausgangsspannung:
+5V / 4A und +9V / 4A
- NiCd
Batterien aus 8 Elementen à 7Ah
- Pro
Umlauf zur Verfügung stehende mittlere elektrische
Leistung: 3.9W
- Spitzenleistung
der Nutzlast: 20W
- Mess-System
auf SPI Bus für Strom, Sonnenzellen- und Batteriespannung
- Unbedingt
zu erreichende Effizienz der Konverter: 80%
Eigenschaften
der Solarpanele
Es wurden zwei verschiedene Typen vorgeschlagen:
- Siliziumzellen
à 10.778cm2 pro Zelle und 2x32 Zellen pro Panel.
Für
den Bau des Prototypen hat ADREF13 den Kauf eines TGM750-12v
Solarpanels finanziert.
Die
Batterien wurden von Max (F11GVK) geliefert, die mechanische
Struktur von F1BQR und die Prototypkarte von F5DKJ erstellt.
Synoptisches
Diagramm – Beschreibung

Beschreibung
der einzelnen Elemente
Solarpanel-
und Batteriestrom Messung:
Um
diese Ströme zu messen wird zwischen den Panelausgängen
oder vor der Batterie, ein MAX471 Schaltkreis in Serie benutzt
der eine dem Stromfluss proportionale Spannung liefert. Diese
Spannung ist zur Masse hin referenziert. Der Chip ist als
Differentialverstärker geschaltet. Zur Erhöhung
der Sicherheit wird ein zweiter vor den Solarpanelen eingebaut.
Der Ausgangswert beträgt 1v/A.
Regulator
und Batterieladungsüberwachung:
Die
Regulierung sowie die Ladeüberwachung erfolgt über
einen MAX 1640EEE Schaltkreis. Es handelt sich um ein Konstantstrom-Ladesystem.
Der Ladestrom und die maximale Ausgangsspannung werden über
Widerstände programmiert. Da die Höchstspannung
eines NiCd Elements bei voller Ladung 1.45V beträgt,
erhalten wir in unserem Falle eine Maximalspannung von 8x1.45=11.6V.
Konverter-Regulator
für +5V:
Es
wird ein STEP-DOWN Schaltkreis vom Typ LT 1374-5 verwendet.
Hiermit werden +5V und 4A bei einer Effizienz von 85% erreicht.
Konverter-Regulator
für +9V:
Hier
wird’s komplizierter (Danke Ghislain), da die Batteriespannung
zwischen 8x1V=8V und 8x1.45V=11.6V variieren kann. Die erste
Lösung bestand darin, einen STEP-UP Schaltkreis bis +15V
und anschliessend einen STEP-DOWN Schaltkreis bis +9V zu verwenden.
Damit fällt aber die Effizienz auf 60%, was den auferlegten
Kriterien nicht gerecht wird. Wir haben uns deshalb für
einen „Buck/Boost" Konverter entschieden der mit einer
einzigen Spule und einem Mosfet Transistor zum vorgegebenen
Ziel führt. Der verwendete Schaltkreis ist ein LTC1625
mit IRF7201 Mosfet Transistoren.. Die Effizienz beträgt
83%, allerdings mit begrenzter Stromaufnahme. Deshalb wurden
zwei Konverter auf der Testplatine integriert.
Die
Batterien:
Es
werden 8-Element NiCd Batterien (1.2V/7Ah pro Element) verwendet
die bei voller Ladung eine Kapazität von 67 Wh aufweisen.
Um den Memory Effekt (Inverse Spannung) möglichst klein
zu halten wenn ein oder zwei Elemente ausfallen, wurde die
Einheit mit Schottky Leistungsdioden ausgestattet.
Strom-
und Spannungsmessung:
Dieses
System benutzt einen MAX186 Analog-Digital Konverter. Er enthält
8 Analogeingänge. Diese Untereinheit misst und überträgt
nur Rohdaten an den SPI Bus. Die Skalierungen werden vom Bordrechner
durchgeführt (Jedem seine Probleme, hi!)
Sicherheitseinrichtung
zur Solarpanel-Umschaltung:
Die
Sicherheitseinrichtung wird beim Einschalten der beiden Lithium
Batterien aktiviert. Die Solarpanele sind vom Regulator und
von den Batterien abgetrennt. Die Verbindung wird hergestellt
durch
- Einschalten
der 30 Sekunden Verzögerung
- Einschalten
der 30 Tage Verzögerung
- Erschöpfung
der Lithium Batterien
Diese
Schaltung besteht aus einem MIC5015 Mosfet Treiber sowie einem
IRF7201 Leistungs-Mosfet. Das Kommando geschieht über
ein statisches Relais vom Typ AQY210.
Aktivierungs-Einheit:
Die
Schaltung beinhaltet zwei Funktionen:
- Verzögertes
Einschalten 30 Sekunden nach der Trennung von der Trägerrrakete
- Verzögertes
Einschalten 30 Tage später, zusätzlich oder
als Sicherheit für den Fall dass die erste Prozedur
nicht funktioniert hat.
Die
30 Sekunden-Verzögerung wurde uns auferlegt um die Hauptnutzlast
nicht zu gefährden (die Startfinanzierer) Die 30 Tage-Verzögerung
berücksichtigt den ungünstigsten Fall wo die Rakete
nicht abhebt. Danach wird Alles demontiert!!!!
30
Sekunden Aktivierung:
Dieses
System spricht auf das Öffnen eines Kontaktes an um die
30 Sekunden Verzögerung zu aktivieren die Ihrerseits
über ein statisches Relais die Solarpanele einschaltet.
Die Stromversorgung geschieht über eine Lithium Batterie.
Für den Fall wo das System das Öffnen des Kontaktes
nicht erfasst, wird auf die 30 Tage Funktion umgeschaltet.
Bemerkung: Da das System auf Strommangel reagiert, wird das
statische Relais unausweichlich beim Tode der Batterie die
Solarpanele einschalten.
30
Tage Aktivierung:
Diese
System speist ein statisches Relais über eine zweite
Lithium Batterie deren Lebensdauer auf 30 Tage berechnet ist.
Nach Ablauf dieser Zeitspanne schaltet das Relais auf N.O
(Normal Offen) und aktiviert die Solarpanele.
Schlussfolgerungen:
Die
Studie und der Bau des Prototypen haben uns ein beträchtliches
Know How in uns wenig bekannten Gebieten verschafft. Wir haben
uns viel dokumentieren müssen, viele e-mails mit dem
Projektleiter ausgetauscht (Danke Ghislain für deine
Verfügbarkeit), aber das Ganze war die Mühe wert.
Wir beabsichtigen, diese Studie beim Bau von zukünftigen
terrestrischen Beacons zu benutzen. Nun werden wir zum Bau
der Flugplatine schreiten, ein anderes Know How, und wir warten
vor allem mit grosser Zuversicht auf den zukünftigen
Start.